Neubrandenburger Str. 74 - Emil Reicherts Restaurant

Das Hausgrundstück Neubrandenburger Str. 74 wurde als Gaststättenobjekt Ausflugslokal mit Biergarten, im Jahr 1841 von dem Schmiedemeister Drews erbaut. 1855 wechselte der Besitzer, und der Kaufmann Lange wurde Eigentümer. 
Nach 36 Jahren, einer relativ langen Zeit, ging der Betrieb 1891 an den Gastwirt Utecht und den Kaufmann Schmiedetzke, die das Objekt bis 1901 bewirtschafteten. Es wurde ein zweiter kleiner Saal und Toiletten angebaut 
1901 erwirbt der Schankwirt Emil Reichert das Anwesen, und die Werbung lautet ab jetzt "Emil Reicherts Restaurant'. 
1920 war die Ära Reichert zu ende. Die Familie Bleifuß kaufte die Gaststätte. 
1930 geht Bleifuß in Konkurs und Ewald Fierke wird Eigentümer von Haus, Betrieb und Grundstück. Fierke ist kein Gastwirt, er betreibt die Wirtschaft nur zeitweise. 
Längere Zeit ist Betrieb an den Gastwirt Vahl verpachtet (Vahls Festsäle). 
1945 wird Fierke enteignet, da er PG (Parteigenosse) war. Der Kommunistenfreund, vielleicht auch bloß so genannt, Bleifuß zieht wieder ein und meldet Ansprüche an. Er gibt an, von PG Fierke in den Konkurs getrieben worden zu sein. Eine Übereignung bzw. Verkauf an Bleifuß erfolgt nicht. 1959 (?) übernimmt die HO von der Kommunalverwaltung den Betrieb. 1967 wird der Saalbetrieb im großen Festsaal eingestellt. Der Saal wird ab jetzt bis 1977 als Turnhalle genutzt. Der kleine Saal wird bis 1977 gastronomisch betrieben. 1983 (?) wird das Gebäude abgetragen. Eine 140-jährige Amüsier-, Vergnügungs- und Trinkzeit in dieser Lokalität fand ihr Ende.

Autor Herr B. Heese, Geschichtsverein Prenzlau

Zusatz U. Mirr                           
Foto: 12/2000

Die Gaststätte wurde in den letzten Jahren im Volksmund "DP" (Dicker Pisser) genannt. 
Heute steht hier das Wohn- und Geschäftshaus (Berufsbekleidung u. Arbeitsschutzmittel) von Hans-Henning Schulz.

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