|
Schützengilden
Im Jahr 1588, am 12. Juni, wurde vom "Ehrenwerten Ersten Rathe" der Stadt Prenzlau die Schützengilde gestiftet. Stadtchronist Seckt schreibt 1787 für den Zeitabschnitt um 1580 folgendes dazu.
"Das Büchsenschiessen in der Stadt und vor den Thoren war scharf verboten, doch sollte denen, die sich wegen ihrer Häuser im Fall der Noth (Krieg); Haakenschützen zu stellen verbunden waren (mussten) und sich im Schiessen üben und Kurzweil haben wollten, der Schützenwall (Wallanlage) dazu ein geräumt
sein. Von welchen Übungen denn wohl die Schützengesellschaften ihren Ursprung haben."3
Die Schützen standen bis Anfang des 18. Jahrhunderts als Gilde bzw. Zünfte unter der Obhut des Magistrats. Die Vorgesetzten in den Gesellschaften waren Ratsmitglieder oder zumindest Magistratsangestellte. Erst mit dem Aufstellen von stehenden Heeren (in Brandenburg seit 1640) wurden sie nicht mehr
für die Verteidigung unmittelbar benötigt.
In dieser Übergangsphase waren Schützen dann in Gilden und Zünften wie z. B. die Handwerker organisiert. Anfang des 19. Jahrhunderts bildeten sich unter den gestrengen Augen Obrigkeit dann allgemeine, mehr oder weniger freie Vereine. In der
zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts standen in Prenzlau, hervorgegangen aus dieser
Entwicklung, mindestens fünf Schützen-Gilden, -Vereine, -Gesellschaften, -Bünde, -Kameradschaften, -Zünfte etc. Gewehr bei Fuß um ihrem Sport oder der Traditionsbewahrung nachzugehen.
Es kann jedoch eigentlich kein Verein den 12. Juni 1588 als seinen Gründungstag deklarieren, da alle in Prenzlau entstandenen Vereine laut Vereinsregister ein weitaus jüngeres Gründungsjahr haben. Im Jahr 1928 waren noch vier Vereine eingetragen. Dieser Tatsache zum Trotz feierten alle Schützen dann den Stiftungstag auch jeweils gemeinsam.
Der letzte große Auftritt der Prenzlauer Schützenbünde fand am Sonntag nach dem 12. Juni 1938 zum 350. Stiftungsfest statt.
Autor Herr B. Heese, Geschichtsverein Prenzlau
3 Quelle: Stadtarchiv Bd. 33 Nr. 60.
|