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Haus Stettiner Straße Nr. 13
Der Eigentümer des Grundstückes, die Preussische-Königliche-Steuerverwaltung (Finanzdirektion), verkauft am 22. Oktober 1875 ein Teilstück (200
m2) an den königlichen Bankagenten Georg Lerch. Das neue Grundstück wird aus dem Flur der Wallanlage herausgemessen. Es grenzt unmittelbar an die Stadtmauer, direkt in den Park hinein (Vis a vis Stettiner Torturm).
Lerch errichtet auf dem Gelände im Jahr 1876 ein aus gelben Klinkersteinen bestehendes Wohnhaus. Am 17.2.1896 wird das Gebäude an den Vorschussverein, die spätere Genossenschaftsbank, zu Prenzlau veräußert, die hier am
01.10.1896 ein Bankgeschäft mit Schalterverkehr eröffnet. Da das Gebäude Stettiner Straße 1 nicht die erforderlichen Räumlichkeiten bot, baute der Vorschussverein in der Scharrnstraße 192 ein neues Geschäftshaus, welches am
09.09.1912 eröffnet wurde.4
Das Haus Stettiner Straße 1 erhält keinerlei Zu- oder Umbauten, es bleibt bis zu
seiner Vernichtung im Jahr 1945 im Erstzustand erhalten. Im Jahr 1912 erwirbt der Restaurator
Eduard Pridat das Haus vorn Prenzlauer Vorschussverein. Pridat ist Privatier und nutzt das Gebäude als Wohnhaus. Nach dem Ersten Weltkrieg verkauft Pridat 1919 das Objekt an die Handelsgesellschaft Raiffeisenscher Genossenschaften. Diese wiederum wandelt sich in die Brandenburgische landwirtschaftliche Hauptgenossenschaft Kurmark eGmbH Berlin W 9 Köthener Straße 40/41 um. Die Genossenschaft unterhält als letzter Eigentümer bis zum Jahr 1945 eine Kasse und Büroräume im Gebäude.
5
Autor Herr B. Heese, Geschichtsverein Prenzlau
3Quelle:
Seckt, Johann Samuel: Versuch einer Geschichte der Uckermärkischen Hauptstadt
Prenzlau, Teil II., 1787
4
Quelle:
Stadtarchiv Bd. 56 Nr. 647
5 Quelle:
Franke, Peter: Der
Prenzlauer Bankverein. Zur Entstehung und Entwicklung der genossenschaftlichen
Kreditbeschaffung in Prenzlau
zwischen 1856 und 1930, in: Mitteilungen des Uckermärkischen
Geschichtsvereins zu Prenzlau, Heft 6, S. 48 f. und Stadtarchiv Bd. 75 Nr. 1101.
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