Volksgarten, Niklas - Prenzlau Uckerwiek Nr. 822
Grundakte Band 17 Blatt II, angelegt 1. Januar 1811

1936, links neben der Wasserpforte, dahinter Judentempel
Foto 2 - Giebel Foto 3 - Anoncen 1894  Foto 4 - Saal 1903 Foto 5 - Garten 1903

 

Nr. Eigentümer   Beruf Jahr
0 Die Gaststätte war an diesem Ort mindestens schon 100 Jahre vorhanden
1 Schütting   Tabakgist (Zigarrendreher) 1811
2 Schütting  Friederike Wirtsfrau 1825
  Schütting junior Gastwirt  1842
3 Deng Gottfried Tischler 18.01.1843
  Deng Heinrich Konditor 1857
4 Bruck   Budiker 1858
  Namensgebung: Volksgarten, Ressourcen-Lokal
  Gaststätte für Zuflucht und Erholung
5 Keuling Wilhelmine, geb. Polluc Wirtsfrau 08.10.1872
6 Schulz Albert Restaurateur 19.01.1874
7 Hahlweg Julius Gastwirt 17.11.1899
8 Klemke   Schankwirt 1914
9 Stadtgemeinde Prenzlau kauft von Pleitier Klemke 1928
    Karl Lewin Mieter bis ca. 1929
10 Ev. Kirchengemeinde St. Nikolai 28.04.1934
geänderte Grundakten, Band 35, Blatt 100/1

Am 1.1.1811 wurde bei der Stadtgemeinde Prenzlau eine Grundakte mit folgendem Titel angelegt. Akte  Band 17 Blatt 2, 290 Ar,  71 qm (2941 m²), Parzelle 341 / 104 Uckerwiek, Haus Nr. 822.

Dies alles geschah im Zuge der preußischen Verwaltungsreform und brachte erstmals Rechtssicherheit für den Bürger an Haus, Hof und Grundstück.

Beim Erstellen dieser Hausakte wurde der zur Zeit bekannte Eigentümer eingetragen. Auf vormalige Besitzer konnte nicht eingegangen werden, da sie im Allgemeinen nicht bekannt waren. Das Haus Nr. 822 nebst anderen auf diesem Grundstück vorhandenen Gebäuden haben somit nach aller Wahrscheinlichkeit schon etwa hundert Jahre dort gestanden.

Das Haus war direkt über die Stadtmauer gebaut und nutzte diese als tragendes Element. Die eine Hälfte der Gebäude stand auf dem Uckerwiek und war eingeschossig, die andere Hälfte hin zum Uckersee und Garten, dort waren die Häuser zweigeschossig.

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, als die Stadttore weit vor dem Mauerring der Stadt errichtet wurden, setzte der Verfall der Stadtmauern ein. Da Gasthäuser seit Menschengedenken existieren, muss man davon ausgehen, dass die Nr. 822 eine Uraltkneipe in der Stadt Prenzlau war. Als erster Eigentümer beim anlegen der Grundakte.

1811 wurde ein Tabakgist (Zigarrendreher) namens Schütting eingetragen. Er war zu dieser Zeit bestimmt schon etliche Jahre Besitzer des Lokals.

Der erste vorhandene Schriftverkehr in der Akte sind Beschwerdebriefe des Schütting an den Herrn von Landrat von Winterfeldt. In diesem Schreiben führte Schütting "Klage" über die all zu lange Einquartierung von Soldaten des Generals von Kleist.

Am 28.10.1806 kapitulierten die Preußen unter Hohenlohe bei Prenzlau.

Am 9.07.1807 wurde ein Friedensvertrag zwischen Frankreich und Preußen abgeschlossen. Am 24.02.1812 trat ein Militärbündnis zwischen Preußen und Frankreich in Kraft. Dann 1811 Beschwerden von Bürgern über Einquartierung von deutschen Truppen. Es waren deutsche Bundestruppen, Zwangsverbündete Napoleons, als Kanonenfutter auf dem Weg nach Russland.

In der Stadt waren für ein ganzes Regiment Kasernen vorhanden. Was ging hier vor?

Schütting schreibt wörtlich, er drückt sich zurückhaltend aus: "Alle Räume werden in Anspruch genommen, es wird den ganzen Tag Billard gespielt, es wird bis spät abends gekegelt. Die Männer sind allzu oft betrunken, es ist ein allzu großen Ungemach." Dieses Ungemach ging vorbei. Aber Schütting blieb Ärger nicht erspart. Mit Schreiben vom 13. Mai 1813 brachte er seine Sorge über den schlechten Zustand des Abwasser- und Fäkaliengraben vor. Der Graben war nicht abgedeckt, es stank bei warmem und trockenem Wetter erbärmlich. Dieser Graben führte unmittelbar durch die Pforte in den Uckersee. Der Hauptweg zu seiner Gaststätte verlief daneben her von der Stein-, Schulzen-, Uckerstraße (Prinzenstraße), Wallgasse (Tempel- bzw. Radinger-Gasse) zu dem Lokal.

Neben diesem weg floss der flüssige Unrat der anwohnenden Bürger in den See.

Schütting war mit seinen Sorgen noch lange nicht am Ende. Am 28. März 1814 schrieb er einen langen Brief an den Magistrat. Darin zeigte er auf, dass die "Palisaden" Mauern zu beiden Seiten seines Objektes einzustürzen drohten. Er machte mehrere Vorschläge zum Erhalt der Stadtbefestigung. Es folgte ein langer Schriftverkehr mit dem Bürgermeister, es wurde über Geld und Beteiligung gestritten. Wieder ein langer Brief des Herrn Schütting, an den Magistrat der Stadt.

Am 25. März 1818 wurden Forderungen an die Stadt gestellt, dieser Brief enthielt eine detaillierte Aufstellung der Schäden, die dem Gastwirt Schütting in der Zeit des Franzosenkrieges von 1806 bis 1818 entstanden sind.

Die größten Posten waren Schäden durch die Einquartierung und eben der Umsatzausfall. Der Herr Schütting steckte offensichtlich zuviel Kraft und Energie in die Streitigkeiten mit den Bürgervertretern der Stadt, dass er darüber gestorben ist.

Ab 1825 ist die Witwe Friederike Schütting und Sohn als neuer Eigentümer vermerkt. Frau Schütting blies in dasselbe Horn, wie ihr Gatte.

Beschwerdebriefe an den Bürgermeister und den Landrat persönlich. Immer noch um das leidige Thema Abwassergraben, der immer noch einen allzu penetranten Gestank verbreitete.

Außerdem der ungepflasterte Zugang zu ihrem Etablissement. Der Landrat Ludwig Adolph von Winterfeldt machte die Angelegenheit zur Chefsache. Der Graben wurde ab der Prinzenstraße unter die Straßenoberfläche verlegt, hinter der Wasserpforte wurde er ausgemauert und mit einer Bohlenabdeckung versehen.

Ein Jahrhundertstreit war erst einmal beendet.

1826, am 13. Januar, Bauantrag zur Erweiterung des Hauses und des Ausbaues neuer Räumlichkeiten.

1839 war das große Baujahr der Witwe und des Sohnes des verstorbenen Herrn Schütting. am 15.9.1839 wird die Dachetage zur Wohnung ausgebaut. Das Haupthaus und das Saalgebäude wurde ebenfalls noch einmal rekonstruiert und erweitert.

Am 30. Juli 1839, Bauantrag zur Errichtung einer neuen Kegelbahn nebst dazugehörigem Gebäude, in dem inzwischen zum Uckersee hin errichteten Garten. Die im Haus vorhandene Kegelbahn genügte nicht mehr den Ansprüchen und verursachte allzu viel Lärm. Die Frau Friederike Schütting hat sich inzwischen aus dem Geschäft zurückgezogen.

Alle Initiativen zur baulichen Umgestaltung kamen vom Junior. Die Bahn wurde auf der Grenze zum Nachbargrundstück, Richtung Norden, genannt Kamp-Werder, unmittelbar an das Saalgebäude heran errichtet.

Trotz erheblicher Verbesserungen und neuer Gestaltung von Gasträumen, Bier- und Cafégarten, die Geschäfte müssen nicht zufriedenstellend gelaufen sein. Denn am 13. September 1843 verkauft Schütting, nach über 30 Jahren in Familienbesitz, an den Tischlermeister Gottfried Deng und dessen Sohn, den Conditor Heinrich Deng. Nach einer Konsolidierungszeit von neun Jahren, am 3. September 1852, der allumfassende Bauantrag.

Das Saalgebäude wird abgetragen und neu errichtet. Zum See hin erhob sich jetzt ein zweigeschossiger roter Klinkerbau. Unten vier Räume, Gastraum zum Garten und Treppe nach oben. Erste Etage, vom Uckerwiek her Parterre, großer Saal mit Bühne und Garderoben für Schauspieler. Das neue Gebäude bekam eine Ziegeleindeckung. Noch sechs Sommer und Jahre sollte Conditor Deng seinen Bier- und Cafégarten am Uckersee betreiben, dann war Schluss. Im Herbst 1858 veräußerte er sein schönes neues Haus an einen gewissen Herrn Bruck. Jetzt taucht zum erstenmal in den Kaufverträgen für das Objekt der Name Volksgarten auf.

Der neue Eigentümer und Kneipenwirt fand wahrscheinlich alles zu seiner Zufriedenheit vor, denn in den vierzehn Jahren, in denen er das Lokal bewirtschaftete, wurde in und an den Gebäuden nicht gebaut. Dafür hatte der Besitzer, Herr Bruck, Probleme hygienischer Art. Die Behörden hatten ihr wachsames Auge auf den Betrieb geworfen. Immer wieder kamen Anzeigen von den Magistratskontrolleuren. Aus den Dunggruben der Plumpsklos flossen unverdünnt Fäkalien in den Uckersee. Der Herr Bruck wollte, wie es scheint, Entleerungskosten sparen. Der See war ja groß genug.

Am 8. Oktober 1872 erschienen, mit Notar, zur Auflassung beim Königlichen Grundbuchamt, Herr Bruck und die Ehefrau des Malermeisters Keuling, Wilhelmine, geborene Polluk. Beide Parteien trugen ihre Absicht vor, zu verkaufen bzw. zu kaufen. Schon am 17. Dezember 1872 erfolgte die Grundbuchumschreibung, unter Bd. 17, Bl. II  zu Gunsten von Frau Keuling. Bis ungefähr zu diesem Zeitpunkt wurden, auch der offizielle Schriftverkehr, alle Verträge, Eintragungen, Steuerbescheide usw. handschriftlich ausgeführt. Unleserliche Unterschriften von Notaren und Beamten, ab und zu mal ein Siegel. Das änderte sich nach der Reichsgründung, nicht sofort, aber im Laufe der Zeit.

Es tauchten Vordrucke auf, die Anwälte und Ämter hatten Stempel. Die unleserlichen Unterschriften wurden teilweise, nicht immer, mit Druckbuchstaben unterlegt.

Bei den Prenzlauer Ämtern erstmals ab Januar 1874 vorgedruckte Steuerbescheide und andere Mitteilungen an die Bürger.

Die Zeit der Frau Keuling währte nicht lange. Schon am 23. Juli 1874 veräußerte sie ihr Objekt an den Restauranteur Albert Schulz. Nach einem Jahr, am 27. Mai 1875, der erste Bauantrag des Schulz. Nach Zeichnung der Zimmerei Cosch wurde um die Errichtung eines Musikpavillon im Café- und Biergarten nachgesucht. Das Bauwerk war zweigeschossig, unten Tanz, oben die Musik. Marsch- und Cafémusik ist "Trumpf". Einen Monat später erfolgte ein für damalige Verhältnisse sehr spektakulärer Bauantrag. Das Areal bzw. das Grundstück des Volksgarten reichte, wie alle Nachbargrundstücke, bis zur Uferzone des Uckersees. Schulz wollte eine Brücke bauen, großzügig, mindestens 20 Meter mit Geländer, zum Lustwandeln für seine Gäste. Der Magistrat lehnte ab, offensichtlich hatte dieser schon eine Seepromenade und eine Uferstraße im Kopf. Diese Ablehnung wurde formal begründet ohne objektive Sachverhalte. Das Gelände vom Mittelgraben bis zum Grundstück Volksgarten, begrenzt im Osten durch die Stadtmauer, im Westen durch den Uckersee, ist im Besitz der Stadt. Dieses Stück Uckerland nannte sich Kamp oder Werder bzw. Kampwerder.

Nach dem Tod des 98-Tage-Kaisers Friedrich III. wurde der Platz gestaltet und in Kaiser-Friedrich-Platz umbenannt. Nach Fertigstellung der Uferzone wurde um 1906 das von Bürger Witt gestiftete Kaiserdenkmal Friedrichs dort aufgestellt. Im Weltkrieg 1914 - 16 wurde im Rücken des Kaiserdenkmals zur Stadtmauer hin, das vom Bürger Vincent gestiftete Wannenbadgebäude errichtet. Da laut Aussage der Prenzlauer - Zeitung vom 14. Januar 1886 nach Volkszählung von 1885 = 17.281 Menschen in Prenzlau lebten und bis 1916 höchstwahrscheinlich noch einige dazugekommen sind, war diese Warmbadeanstalt der größte hygienische Fortschritt im Anfang des 20. Jahrhundert, für Stadt und Bürger. Trotz alledem, Herr Schulz war weiter bemüht, sein Anwesen zu verbessern. Am 29.04.1883, Antrag zum Bau von Waschküche, Wäsche- und Rollkammer. 1885, am 23. April, Antrag zur Sanierung der Fassade, aller Gebäude zu Garten- bzw. Seeseite. Die bereits erwähnte Uferstraße wirft ihre Schatten voraus. Die Abgeordneten und der Bürgermeister beauftragen die Bau- und Katasterbehörde, sich um die Uckergrundstücke zu kümmern, das heißt, Grundstücke vermessen und Platz für Promenade und Straße zu schaffen.

Wir schreiben das Jahr 1889, die Grundeigentümer wittern Gefahr, es kommt zu heftigen Auseinandersetzungen mit dem Magistrat. Die Klagen gehen bis vors Landesgericht, aber letztendlich bekommt, im Interesse der Allgemeinheit, die Stadt Recht. Im Januar 1893 ist es dann soweit, die Stadtverordnetenversammlung beschließt den Bau einer Uferstraße nebst Promenade. Die Beanspruchten Parzellen werden enteignet und zurückvermessen somit sind sie ab sofort keine Wassergrundstücke mehr. Viel Gartenland, Bäume, Sträucher und Einfriedungen gehen verloren. Die Stadt legt Entschädigungssummen fest.

Schulz klagt wieder, er verlangt 1500 Mark, die Stadt zahlt am 29.6.1893 = 400 Mark. Der Streit vor Gericht dauert noch Jahre, das Ergebnis ist leider nicht bekannt.

1899, am 17. November, geht Schulz seine Zeit als Eigentümer zu Ende, der neue Besitzer heißt Julius Hahlweg.

Schon am 27.02.1900 wird von Hahlweg ein Bauantrag zum Umbau des Saales und zum Neubau einer Bühne gestellt. Zu diesem Zeitpunkt umfassten die Räumlichkeiten des Volksgarten ein Buffetraum, drei Gastzimmer, ein Saal, zwei Abstellräume, je eine Garderobe Damen und Herren, für Schauspieler und eine Küche. Das alles im Obergeschoss zum Uckerwiek hin. Zur Gartenseite, hin zum Uckersee, im Untergeschoss, zwei Gasträume, eine Kegelbahn, ein Billardzimmer, ein Lager und Wohnräume. Im Zusammenhang mit dem Umbau des Saales wurde am 26.4.1900  noch ein Nachtrag gestellt. Das Ziegeldach des Saales wurde abgetragen, die Saaldecke um 1,50 m angehoben. Das darüberliegende Dach erneuert und mit Pappeindeckung versehen. Schon am 31. Mai 1900 bitten die Baufirmen Cosch (Zimmerei) und Strohfeldt zur Bauabnahme.

1905 wird wieder einmal die Abortgrube erneuert. Im April 1908 beginnt Hahlweg mit dem Magistrat einen Streit um Grundstücksgrenzen. Der inzwischen zugedeckte Abflußgraben ist nach seiner Meinung auf seinem Grundstück gelegen. Die Stadt bestreitet das und weist darauf hin, dass auf einer Stadtkarte von 1725 der Kanal auf einen öffentlichen Weg dargestellt ist. Vermessungsunterlagen sind nicht vorhanden. Der Magistrat stellt fest: Der Graben gehört der Stadtgemeinde und die Grenze zum Grundstück des Hahlweg verläuft zwei Meter nördlich des Grabens von der Wasserpforte in den Uckersee. Hahlweg ließ nicht locker. Am 12. Mai 1908 beauftragt er den Justizrat Meissner und den Rechtsanwalt  Dr. Jansen auf Klage gegen die Stadt, um die Anerkennung seiner Ansprüche.

1914 gibt Hahlweg aus Altersgründen auf. Der neue Betreiber ist der Schankwirt Klemke. Im Krieg 1914 - 18 laufen die Geschäfte noch. Die Nachkriegszeit wird für den Herrn Klemke schwer, er übersteht zwar noch die Inflation, aber dann 1928 kommt das Aus.

Es findet sich aus den bekannten wirtschaftlichen Gründen kein privater Käufer mehr. Somit beschließt die Bau- und Gebäudedeputation der Stadt den Kauf des Anwesens. Ein Jahr, bis 1929, versuchte Karl Lewin sein Glück. Er mietete das Objekt vom Magistrat. Die Sache ging schief, keine Gäste, kein Umsatz. Somit kündigte er seinen Vertrag mit der Begründung: unwirtschaftlich.

Der Saal und die Räumlichkeiten wurden nun nach Bedarf vermietet, außerdem wurde eine zusätzliche Wohnung für den Kämmereiarbeiter, beim Magistrat, ausgebaut. Der vielseitigste Nutzer des Hauses war die kirchliche Sankt Nikolaigemeinde. Es wurde Konfirmationsunterricht abgehalten. In der unteren Etage wurde ein Kinderbetreuungszentrum (Kindergarten) eingerichtet. Der Saal wurde von Vereinen genutzt. Die Stadt hat diese Aktivitäten wohlwollend begleitet. Ein Gaststättenbetrieb in diesem Haus wurde nun nicht mehr in Erwägung gezogen. Somit übertrug der Bürgermeister mit Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung am 28. September 1931 Gebäude und Grundstück an die Kirchengemeinde St. Nikolai.

Die Kinderbetreuung der Kirche, 1933, in den ersten nationalsozialistischen Kindergarten Prenzlaus umgewandelt. Ab Februar 1945, als der Krieg mit seinen militärischen Schlachten an der Oder angelangt war, wurde im Niklas ein Feldlazarett eingerichtet. Saal, Nebenräume, alles wurde belegt. Am 25. April wurden die letzten verwundeten Soldaten vom Vorstadtbahnhof aus in Lazarettzüge Richtung Westen verlegt.

Nach dem Einmarsch der Sowjettruppen und auf den darauffolgenden großen Stadtbrand kam auch das Ende des Niklas (Volksgarten). Der heute noch vorhandene Garten beherbergt einen wunderschönen Spielplatz und ein paar ziemlich miese Kleingärten. Auf dem Gelände stehen noch sechs gewaltige Uraltbäume aus den Anfängen des Gartenlokals, das später zum Volksgarten wurde. Diese Naturdenkmale haben die Jahrhundertwirren bis heute gut überstanden.

B. Heese

Quellen:
Stadtarchiv Band 17, Blatt 2, 1811
Prenzlauer Adressbücher 1866 - 1938 Mieck, Vincent

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