Schützengilde  in  Prenzlau  
(Nach amtl. Quellen bearbeitet von E. Frank, Verlag A. Mieck Prenzlau 1896)

I.

Von  1555 – 1683

 

Das kriegerische Spiel des Scheibenschießens ist sehr alt. Die Anforderungen, die der erste Städtebegründer – Heinrich I. der Vogelsteller – an die nunmehr sesshaften Männer stellte, waren groß.

Kaiser Heinrich I., der Vogelsteller oder Finkler war auf den Feldern bei Merseburg (Schlacht von 933).
Er nannte die Bewohner der Burg oder Stadt Burgmänner oder Bürger.

Als Ersatz gab es einige Rechte, auch das Scheibenschießen, damals mit Armbrust und Bolzen.
Der beste Schütze, der König, erfuhr besondere Ehrungen.

Die Strömungen im Mittelalter, sich zu sondern und zu befestigen, bildeten dann auch die Schützengilden, eine Vereinigung derjenigen waffentragenden Bürger der Stadt, die zum Teil noch besonders zum etwaigen Schutz der Stadt herangezogen wurden, zum Teil die alten Traditionen kriegerischer Vergangenheit pflegten.

Sicher ist, dass im 13. und 14. Jahrhundert die Vereinigung der Schützen in Prenzlau bereits bestand.
Nachweisbar allerdings erst seit dem 16. Jahrh.- nach Erfindung des Schießpulvers.

1555

Erste Erwähnung

1577

Festsetzung der mit Genehmigung des Landesherrn publizierten Statuten der Stadt und erneute Erwähnung in diesem Zusammenhang

1683

In den Satzungen, vielmehr in den Akten dazu, befinden sich zwei Statuten unserer Städte – wohl als Muster.
(Status und Ordnungen der Schützen = Brüderschaft zu Cöllen ann der Sprew anno 1572 und Schützen = Ordnungen der Neustadt Brandenburgk)

12.07.1588

Bildung der Gilde und Aufstellung der Satzungen (Ziegler)
Es gibt aber keinen Nachweis des Termins.

09.05.1625

Die Gilde bestand noch, denn es wurden Verhandlungen mit dem Magistrat über Zuwendung des Kleinods für das Scheibenschießen aus der Kämmerei vorgenommen („parchen- und Hosen-Tücher“).

1618-1648

Die Gilde fiel ganz auseinander.

18.06.1683

Genehmigung von Friedrich Kurfürst von Brandenburg zur Bildung der neuen Gilde. Sie wird als Stiftungsbrief der neuen Gilde angesehen.
In der Folgezeit wird die Schützenordnung der Stadt Prenzlau aufgestellt.
Sie beinhaltete 36 Punkte.

 

 

II.

Von  1683 – 1741

19.07.1688

Der Kurfürst setzte für den Schützenkönig 50 Reichstaler aus.

08.06.1698

Regelung des „Kleinods“ durch eine weitere Kabinettsordre von Friedrich III. Markgraf zu Brandenburg und Kurfürst von Prenzlau.

22.07.1699

Antrag der franz. Kolonie, der Refügies, auf Beitritt zur Gilde und Zulassungsordre durch Friedrich III. Markgraf zu Brandenburg und Kurfürst von Preußen.

12.08.1699

Kabinettsordre, daß nicht mehr 50, sondern 80 Reichstaler dem Schützenkönig zu zahlen sind.

04.10.1700

Verhandlung im Rathaus über die Schwierigkeiten bei der Verbindung der deutschen Einwohner mit den franz. Einwanderern.
Die Refügies beanspruchten, „dass sie im Scheiben = Schießen separirst bleiben und mit den Deutschen nicht zusammentreten wollten“.

09.12.1700

Erlass durch Friedrich III. Markgraf zu Brandenburg und Kurfürst von Preußen, um eine Einigung zu erreichen.

19.02.1706

Neue Statuten, die ersten gedruckten.

09.03.1706

Genehmigung der neuen Statuten durch den Magistrat.

12.04.1706

Genehmigung der neuen Statuten durch Friedrich.

1704

Parade der Schützengilde vor dem zur Schwanenjagd in Prenzlau weilenden König. Die Gilde besaß zu jener Zeit ein eigenes Schützenhaus, dass sie an einen Wirt vermietete. Der Standort ist heute nicht mehr mit Sicherheit anzugeben. Es stand wohl aber vor dem Schwedter Tor „unweit der Scheuen“, also vermutlich zwischen den damals zum Teil noch vorhandenen Stadtwällen, etwa an der Stelle des späteren kleineren Exerzierplatzes, dem heutigen Spielplatz.
Es liegt ein Mietvertrag zwischen der Gilde und dem Ratsherrn Francke aus jener Zeit vor.
Danach war Johann Lewin Helwig 1707 Wirt des Wirtshauses. Es kam zu keiner weiteren Einigung und ein Vertrag wurde mit dem Christian Franke, Ratsverwandten und Kaufmann abgeschlossen.

Ostern 1707 bis Ostern 1713 Das Schützenhaus wurde Franke von der „Schützen-Compagnie“ überlassen.Der Vertrag ist von 18.04.1707. Der Zusatz vom 05.07.1710.
Die Lösung des Vertrages 1713 ist unbekannt.

Etwa bis 1720
bzw. 1725

Hielt die Schützen-Compagnie zusammen.
Unter der Regierung Friedrich Wilhelm I. hörte sie gänzlich auf.

1731

Bestand sie nicht mehr, denn einige ehemalige Mitglieder trugen am 24.08.1731 eine Beschwerde vor, weil „das vor dem Steintor nahe an den Scheunen gelegene sogenannte Schützenhaus aus besonderen Ursachen wegzuschaffen und an den Meistbietenden zu verkaufen“ sei.

26.09.1731

Zum ersten Verkauftermin erschien kein Bietender.

26.10.1731

Zweiter Termin.

12.12.1731

Dritter Termin.
Der Bürger Ragotzky kaufte das Haus für 67 Reichstaler auf Abbruch.
Unter den ehemaligen Mitgliedern waren Johann Jordan und Paul Bassenge. Der Protest hatte keinen Erfolg. Allerdings ist zu ersehen, dass das Schützenhaus unbewohnt war, also die Schützen-Compagnie bereits aufgelöst war.
Am 28.01.1732 sollte Ragotzky die Summe in „Pistoletten“ ad depasitum zahlen.
Eine Klage gegen das frühere Mitglied, den Senator und Ziesemeister Neddermann, auf Herausgabe der Dokumente, Protokolle, Briefschafen und Inventarstücke wurde ebenfalls angestrengt.

25.01.1734

Der Rat entschied auf Herausgabe. Vermutlich sind die Unterlagen bei Herrn Bassenge und Nachfolgern verloren gegangen.

20.05.1735

Erneuter Protest der letzten Mitglieder (Friedrich Bretschneider, Joachim Heydemann, Christoff Rode, Jacobi Ebel, Friedrich Bötz, Marttin Thiele, Joh. Erd. Brieser, Christian Gradhandt, Jacob Kantzow, Bartholomeus Zirtzow, Paul Bassenge, Johann Jordan, Erdtmann Kantzow).

1751

Die Gilde war dem Grund nach aufgelöst, denn durch die Ausführung auf eigene Kosten war eine unnatürliche Lage entstanden.

16.11.1752

Nachdem der Magistrat nochmals um die Privilegien der 80 Reichstaler nachsuchte, erfolgte an diesem Datum die Ablehnung und damit die Ablage ad acta durch den Magistrat.

16.06.1774

Neue Statuten wurden entworfen, gedruckt und ein Platz zum Schießen erbeten. Die Statuten lehnen sich an die von 1706 an. Als Tag des jährlichen Königschießens wird der Donnerstag nach Pfingsten festgesetzt. Die Ehrung des Königs und Hergabe eines Geschenkes desselben zum Schmaus usw. bleibt wie im alten Statut.
Der Platz des Königschießens, wie in früherer Zeit, war vor dem Schwedter Tor - wahrscheinlich der kleine Exerzierplatz, der „heutige“ Spielplatz, auf dem seit 1714 die Übungen der Garnison stattfanden.

1744

Erhielt die Gilde den alten „Thiergarten“, des „heutigen“ Börsenhausgartens als Schießplatz. Das Gesuch wurde vom König trotz Befürwortung des Magistrats abgelehnt und wieder der alte Platz vorläufig überwiesen.

1774

Wurde der sich wieder konstituierenden Gilde der Schützenplatz „von der aufgeworfenen Schanze auf dem Füllenbruche an, in gerader Linie rechter Hand nach dem neuen Lande zu“ angewiesen.
Von Zimmermeister Teichelmann wurde für 10 Taler ein Bretterschießhaus errichtet und alljährlich von ihm für 3 Taler „extra wieder errichtet“ (erneuert?).
Beisitzer war der Senator Köhler, Nebenbeisitzer war Senator Bax.
Zu Vorstehern der Gilde wurden die Stadtverordneten Neumann und Bax sowie der bzw. die Bürger Fischer, Heufelder und Isaac Tancre‘.

10.08.1774

Die Gilde marschierte nach 20 Jahren mit 48 Mann mit den Deputierten Neumann und Bax und mit zwei „fliehenden“ Fahnen an der Spitze zum Schützenplatz.

01.08.1774

Auf Antrag der Schützengilde wurde vom Rat beschlossen, den Schützenkönig von den Wachen und der Pflicht vor Verfolgung von Deserteuren – die damals als schwere Kommunallast angesehen wurde – zu entbinden.
Später kam noch die Befreiung von der Servis- und Einquartierungslast hinzu.

Ende 18. Jahrhundert

Die Blüte der Gilde ging zurück. Der letzte Schützenkönig war der 1810 noch lebende Stadtverordnete und Kuchenbäckermeister Pfeiffer.

1784

Teichelmann wollte die Erneuerung ablehnen, weil der Zerfall sehr groß war. Die Gilde zwang ihn aber dazu, weil er sich 1774 dazu verpflichtet habe, andernfalls sollte er das gesamte Material ausliefern.

1808

Die Städteverordnung beschäftigt sich im § 28 mit dem Scheiben- und Königschießen. Demnach hat die Regierung ihren fast hundertjährigen Widerstand gegen die Bildung von Schützengilden aufgegeben.
Die Begründung liegt wohl in der Erhöhung der Wehrkraft

1811

Konstituierung der neuen Gilde unter Leitung der Bürger Hertz, Vater und Sohn, Moll und Posner.

07.07.1811

Freihand-Schießen auf dem Fohlenbruch. Es war ein Prämien-, kein Königschießen. Zur Sammlung der Prämien gab jeder Teilnehmer 12 g. Groschen

2./3..08.1812

Prämienschießen.

02.04.1813

Die Stadtverordneten beschlossen einmütig, „dass die unnütz gewordenen silbernen Schilder bei der ehemaligen Schützen-Gilde dem Staate zum Opfer gebracht werden sollen; Magistrat wird daher ersucht, selbige, so wir sie sind, unmittelbar an die Regierung namens der Stadt einzusenden“.
Die Schilder wurden von dem letzten alten Schützenkönig, dem Pfefferkuchenbäcker und Eigentümer Pfeiffer, eingeholt.

1813

Frei-Scheiben- und Vogel-Schießen um Prämien.

1816

Mit Einwilligung des Magistrats trat eine Schützen-Compagnie zusammen.
Der Senator Sackt, Chronist, wurde als Assessor zugeordnet.
Fast 60 Mitglieder in kurzer Zeit.

1817

Antrag der Gilde, zu dem beabsichtigten Königschießen dem König den Servis zu  erlassen und ihn von der Pflicht der Wache und Einquartierungslast zu befreien. Ablehnung durch den Magistrat.

nach 1817

Regelmäßige Durchführung der Schützenfeste.

1822

Auf Antrag des Bürgermeisters Busch wurde beschlossen, den Schützenkönig wieder während des Jahres seiner Königswürde von allen bürgerlichen Lasten und der gewöhnlichen Einquartierung zu befreien.

1823

Antrag der Gilde, ihr den (kleinen) Exerzierplatz vor dem Schwedter Tor als Schießplatz zu überlassen und ihr dort ein Schützenhaus zu verrichten.
(Gegen Verzinsung des Kapitals durch die Gilde)
Bei der Separation des Fohlenbruches wurden 5 Morgen von der Schlächterkoppel als Schützenplatz bestimmt.
Diese 5 Morgen sollten der Gilde 10 Jahre vom 1.1.1831 ab zeitpachtweise gegen eine jährliche Pacht von 1 Taler für jeden Morgen überlassen bleiben.

bis 1831

Erhielt der Schützenkönig aus der Schützenkasse 20 Reichstaler.

1831

Beschluss der städt. Behörden, 30 Reichstaler aus der Forstkasse noch zusätzlich
zur Schützenkasse für den König  zu zahlen

13.05.1831

Generalversammlung. Major der Gilde war Kämmerer Hertz. Schützenmeister war der Stadtverordnete Freyschmidt.
Neues Statut mit 21 Abschnitten. 111 Mitglieder hatte die Gilde.

 

 

IV.

Von 1839 – 1843

1838

Bürgermeister Grabow als Assessor, d. h. als ständiger Abgeordneter des Magistrats, der Gilde beigetreten.

1839-1840

Pläne für neuen Schießplatz und neues Schützenhaus.

08.05.1841

Generalversammlung entschloss sich, auf den Vorschlag des Galanteriearbeiters Meißner einzugehen, der versprochen hatte, in der Schwedter Vorstadt ein neues Schützenhaus zu erbauen und dieses, sowie die auf seine Kosten anzulegende Schießbahn und den Schützenplatz, gegen billige Bedingungen der Gilde zu überlassen.

1841

Letztes Königsschießen im Fohlenbruch.

08.08.1841

Erstes Schießen im neuen Schützenhaus.

15.10.1841

Geburtstag des Königs. Einweihung des neuen Schützenhauses mit Ball und Königsschießen. Die Rede hielt Bürgermeister Grabow.

28.04.1842

Neues Statut mit 41 Abschnitten. 158 Mitglieder.
Als erstes Ehrenmitglied wurde der Landrat des Kreises Prenzlau v. Stülpnagel Dargitz gewählt.

20.02.1843

General-Versammlung. Erstmals des Projekt der Uniformierung.
Gewählt wurden grüne Röcke mit Epaulettes.
(1896 wurden noch zwei Uniformen der Tambours der Gilde im Schützenhaus aufbewahrt.)
Kopfbedeckung war eine grüne Schirmmütze mit schwarzem Streifen und einer kleinen grünen Cocarde.
Hirschfänger wurden als Prämien ausgeschossen, um nach und nach eine Bewaffnung vorzunehmen.

13.05.1843

Beschluss, dass jedes neu eintretende Mitglied sich sofort zu uniformieren hat.

13.-17.07.1843

Das Provinzial-Königs-Schießen fand in Frankfurt a. d. Oder statt.
8 Mitglieder der Gilde nahmen teil. Darunter auch Bürgermeister Grabow und Schützenmeister William – letzterer gewann eine Rittermedaille.

1843

In Folge unvorschriftsmäßigen Ladens eines Stadtböllers. der die Jahreszahl 1696 trug, zersprang dieser.
Der Maurergeselle Müller wurde verletzt, so dass der Kreischirurg ein Bein abnehmen musste.
Die Böller, kleine Kanonen, 4 – 5 an der Zahl, gehörten der Stadt und wurden bei dem Anfang und dem Ende des Schießens verwendet.
Sie wurden auch noch später verwendet.

1843

Schützenkönig war der Konditor Brettschneider.
Er hatte den besten Ehrenschuss für Marie, Prinzessin von Hessen und bei Rhein, abgegeben.

 

 

V.

Von 1844 – 1860

24.04.1844

Generalversammlung beschloss, dass bei Abgabe des besten Schusses für den König die Medaille für ihn und seine Erben eigentümlich erhielt.
Andere Geschenke sollten ihm nur für die Zeit der Gildenzugehörigkeit gehörig sein.

27.12.1844

Beschluss, dem sich neu bildenden Prozinzial-Schützen-Verein der Mark beizutreten.

1846

Konditor Schreyer gab den besten Schuss in die Königsscheibe für die Prinzessin von Preußen, die spätere Kaiserin Augusta.
Auf erstatteten Bericht stiftete die Prinzessin der Gilde einen silbernen Adler als Ehrenschmuck für den jedesmaligen Schützenkönigs mittels folgenden Anschreibens:

„Auf Befehl Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Prinzessin von Preußen gebe ich mir die Ehre, dem Wohllöblichen Vorstande der Schützengilde zu Prenzlau beikommenden Adler ganz ergebenst zu übersenden.
Berlin, den 8. Januar 1847
                        Bork, Kgl. Geh. Hofrath
und Hofstaats-Sekretär der Pr. v. P., K. Hoheit“. 
Die übersandte, im Silberschatz der Gilde befindliche Adler-Medaille trägt die Inschrift:
„Prinzessin von Preußen der Schützengilde zu Prenzlau 1846.
W. Schreyer, d. 2. Juni 1846“.
Beschlossen wurde in der Gilde, daß der Orden am grün-weißen Band von dem jedesmaligen Schützenkönig um den Hals getragen werden sollte.
Die erste Ritterkette trägt eine vergoldete, silberne Medaille mit der Inschrift: “Den Treuen Schutz und Liebe. Huldigung 1798“.
Der Avers zeigt das Bildnis Friedrich Wilhelm III.
Sie enthält 74 Schaken, die älteste trägt die Inschrift: Jd. Geletnicki 3.8.1816,
die letzte I.M.P. Liebel  26.5.1896.
Die zweite Ritterkette trägt eine Medaille mit dem Bildnis Friedrich Wilhelms IV. und die Jahreszahl 1845 auf dem Revers.
Sie enthält 72 Schaken, die älteste trägt die Inschrift: S.G. Busch  3.8.1816,
die letzte Paul Hoffmann 26.5.1896.

1848

Der Schützenmajor Geletnecky legte sein Amt nieder.
Nachfolger war Hauptmann a.O. von Arnim.

1849

v. Arnim trat ab, weil die Gilde seine Forderungen nicht erfüllen konnte.

1851

Senator Stahlberg, der bis dahin die Gilde interimistisch geführt hatte, wurde definitiv zum Major der Gilde gewählt.

1848

Die Gilde half der herrschenden Klasse bei der Unterdrückung der breiten Bevölkerungsschichten.
Dafür bekam die Gilde den „Dank des Magistrats schriftlich“.

12.07.1848

Prinz Waldemar von Preußen, als Schützenkönig, übersandte der Gilde einen Pokal mit Widmung. Schreiben vom 12.7.1845.
Zum Dank wurde der Geburtstag des Prinzen am 2.8. durch Festmarsch und ein Gewinnschießen mit „obligater Frühstückstafel“ festlich begangen.
Der Deckel trägt die Inschrift: „Waldemar Prinz von Preußen der Schützengilde zu Prenzlau 1848 S. Henschel 13.6.1848“.
Der Pokal ist silbern, innen vergoldet.

1848

Zwei frühere Könige – Henschel und Schreyer bildeten die Königskette und
beschenkten den Königsschmuck mit je einer goldenen Schake, 1½ Ducaten schwer, rückwirkend bis 1846.
Bis zur Stiftung dieser Ketten bestand seit 1815 die Auszeichnung der Würdenträger in seidenen Schärpen, für den König die orange, für die beiden Ritter in grünen bzw. blauen Farben.

25.04.1849

Festlegung, dass der jeweilige Schützenkönig an die Königskette eine goldene Schake, zum Gewicht von 1 ¼ Ducaten zu liefern habe.
Um 1896 trug die Kosten für die jährliche Schake die Schützenkasse.
Zur Ergänzung der Königskette in jener Zeit, wo nur erst wenige goldene Schaken vorhanden waren, diente eine Silberkette, die später – 1885 – herausgenommen wurde und heute den Zweck hat, dem verflossenen König als Trostkette zu dienen.
Diese hat 25 Silber-Schaken und trägt eine silberne Medaille mit der Inschrift:
„Ihre Königliche Hoheit die Frau Prinzessin Karl von Hessen und bei Rhein der Schützengilde zu Prenzlau 1850.
Auszeichnung bei dem feierlichen Königsschießen erworben“. 
Die Königskette trägt das in Silber getriebene Wappen der Stadt Prenzlau und eine Silber-Adler-Medaille vergoldet mit der Inschrift:
„Friedrich Karl Prinz von Preußen der Schützengilde zu Prenzlau 1876“.

Die Kette enthält 19 schwere goldene Schaken mit Inschriften (Namen der jeweiligen Schützenkönige: „W. Schneyer 2. (oder 9. ) Juni 1846, ............
Stegemann 28.5. 1896“.

1849

Beschuss, dass die Königs- und Ritterketten, die dem Würdenträger jedesmal verliehen werden, mit den Stadtfarben rot und weiß im Band, versehen werden.

23.07.1849

Der beste Schuss für Prinz Friedrich von Preußen durch den Schützen Lesser.
Für die Gilde wurde ein Pokal mit Schreiben vom 23.07.1849 überreicht.
Die Medaille erhielt der Schütze.
Der silberne Pokal (ohne Deckel) trägt ein F. mit Krone darüber und die Widmung: „Der Schützengilde zu Prenzlau 1849“.
Die Medaille ist mit gleicher Widmung versehen.

1850

Schornsteinfegermeister Zeche gab den besten Schuss für die Prinzessin von Hessen und bei Rhein, die der Gilde dafür eine silberne Medaille, die sich heute an der Trostkette für den verglossenen König befindet.
Das Schreiben ist vom 11.6.1850 datiert.

07.10.1852

Erster Schützenmeister war Schmiedemeister Kussnack, der zweite war Wundarzt Börner. Der bisherige erste Schützenmeister Juwelier Klebe hatte sein Amt niedergelegt

1853

Königin Elisabeth stiftete anlässlich des für sie  - am Tag der Schlacht von Großbeeren – getanen besten Schusses einen silbernen Pokal mit Schreiben vom 27.6.1853.
Der silberne mit Deckel versehene Becher trägt die Inschrift: „Elisabeth Königin von Preußen der Schützengilde in Prenzlau 1853. E. F. Stahlberg 17.5.1853.
Das Ergebnis wurde mit Ausmarsch, Scheibenschießen und Festessen gefeiert

1854

Der Bankier Weil gab den besten Schuss für die Prinzessin Friedrich von Preußen ab. Prinz Friedrich dankte mit Schreiben vom 25.8.1854.
Die betreffende silberne Adler-Medaille trägt die Inschrift:
Louise Prinzessin Friedrich von Preußen geb. Herzogin zu Anhalt der Schützengilde zu Prenzlau 1854. Erworben durch den Bankier E. Weil vom 6.6.1854.

1855

Bester Schuss für die Fürstin von Liegnitz, die Gemahlin König Friedrich Wilhelm III.
Sie stiftete eine silberne Medaille mit einem Schreiben vom 28.5.1855.
Das Schützenhaus ging in Besitz des Gastwirts Schröder über.
Vorher war Meißner Gastwirt mit dem jedoch sie wegen seiner „Widerspenstigkeit“ ein Kontrakt eingegangen wurde.

1856

Beratung beim Magistrat über das Fortbestehen der Gilde.

26.04.1856

Generalversammlung. Neue Bedingungen über das Fortbestehen wurden angenommen.

1856

Der beste Schuss für den Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen
(Kaiser Friedrich) durch den Major der Gilde, Bäckermeister Stahlberg.
Schreiben vom 28.7.1856
Silberner Adler mit Widmung „Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen der Schützengilde zu Prenzlau Juli 1856.
Erworben durch Bäckermeister E.F. Stahlberg am 13.Mai 1856.“

1856

Prinzessin Augusta von Preußen stiftete der Gilde eine silb. Medaille.

16.05.1857

An Stelle des ersten Schützenmeisters Schmiedemeister Kusenack wurde der Hauptmann a. D. von Arnim gewählt.

12.12.1860

Wundarzt Börner wurde an dessen Stelle gewählt, der zweite Schützenmeister war der Kaufmann Kretschmar.

 

 

VI.

Von 1861 – 1896

07.05.1862

Der Senator, Bäckermeister Stahlberg, legte sein Amt als Major nieder.
Wundarzt Börner wurde Major.
Hauptmann a.D. von Arnim wurde erster Schützenmeister.
Letzerer wurde am 2.7.1863 durch den Stadtverordneten – Vorsteher Barbenens ersetzt.

1862

Bester Schuss für Königin Augusta durch Appreteur Engel.
Schreiben vom 24.7.1862.
Silb. Adler-Medaille mit Inschrift:
Augusta Königin von Preußen, die Schützengilde zu Prenzlau 1862. Erworben am 10. Juni 1862 durch den Appreteur und Fleischermeister August Theodor Engel

1863

Bester Schuss für Prinz Friedrich von Preußen durch Gottschalk.
Schreiben vom 13. Juni 1863
Silb. Adler-Medaille mit Inschrift:
Friedrich Ludwig Prinz von Preußen, der Schützengilde zu Prenzlau 1863. Erworben durch den Bürstenmachermeister E. Gottschalk am 26. Mai 1863.

1864

Bester Schuss für die Kronprinzessin (Kaiserin Friedrich) durch v. Arnim.
Schreiben vom 13.6.1864.

24.05.1868

Erster Schützenmeister Kaufmann Kretschmar, zweiter Schützenmeister der Stadtrat Leibnitz.

20.05.1867

Wahl des Goldarbeiters Klete zum zweiten Schützenmeister.

15.05.1868

Festlegung neuer Regeln.

1868

Bester Schuss für den Prinz Georg von Preußen durch den Konditor-Weidauer.
Die Ehren-Schützen-Königs-Würde nahm er mit Schreiben vom 24. 10.1868 an.

1869

Als Uniform Einführung einer Joppe mit Hut, wie sie 1896 noch getragen wurde.
Beschluss über den Entwurf neuer Statuten, Annahme durch den Magistrat.
Der Gilde gehörten zwei Ehrenmitglieder an – Stülpnagel – Dargitz und der  Bäckermeister Stahlberg – eingetreten 1820 – sowie 91 ordentliche Mitglieder, von denen das älteste Mitglied, Condekteur Busch, 1818 eingetreten, also 51 Jahre Mitglied der Gilde war.
Busch schied 1869 aus.
Bester Schuss für Prinz Friedrich Wilhelm (Kaiser Wilhelm II.) durch Ruthenberg.
Schreiben vom 28.8.1869 aus dem Kabinett der Eltern. Die beiden Medaillen tragen die Bildnisse des Kronprinzen und der Kronprinzessin mit den Inschriften:
Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen der Schützengilde zu Prenzlau 1869 und Viktoria, Kronprinzessin von Preußen, Pr. Royal v. Gr. Br. u. Irl. der Schützengilde zu Prenzlau 1869.

31.08.1871

Der Rentier Müller-Linow wurde zum zweiten Schützenmeister gewählt.
77 Mitglieder.

1872

Rentier Müller zum ersten und der Restaurateur Stahl zum zweiten Schützenmeister gewählt.

1873

Revidierung und Neudruck des Statuts.

02.05.1874

Feier des 4. brandenburgischen Provizial-Schützenfestes.
Dieser Vereinigung gehörte die Gilde seit 1872 an.
Der Festplatz war auf dem Exerzierplatz in der Stettiner Vorstadt.
Die Provinzial-Königswürde errang Kaufmann Reichert aus Berlin. I. Und II. Ritter wurde der Porzellanmaler Müller, Berlin, und der Kaufmann Krügen, Berlin.
Dankadresse für die Aufnahme in Prenzlau vom Schützenbund der Provinz Brandenburg. 414 Teilnehmer.

1875

Aufnahme der Bürgermeisters Mertens in die Gilde.
Kaufmann Ferdinand Kanzow wurde 2. Schützenmeister.
Bester Schuss für Kaiser Wilhelm I. durch Fabrikant Kröck.
Schreiben und Medaille vom 16.06.1875.

1876

Bester Schuss für Prinz Friedrich Karl durch Uhrmacher Ladewig.
Schreiben vom 30.6.1876
Die Adlermedaille befindet sich in der Königskette.

1877

Bester Schuss für Prinz Friedrich Karl durch Mewes.
Schreiben vom 30.6.1877.
Die vergoldete Silberne Adlermedaille trägt die Inschrift: Friedrich Karl, Prinz von Preußen. Der Schützengilde zu Prenzlau 1877.
Kürschnermeister Pröbster – seit 1860 Mitglied – wurde 2. Schützenmeister.

11.08.1877

Enthüllung des Kriegerdenkmals auf dem Markt. Parade der Gilde.

1878

Fahne der Gilde und Einweihung beim Königsschießen.
Schützenkönig war Fabrikat Kröck.

1879

Neue Statuten
Bester Schuss für Prinz Wilhelm (Kaiser Wilhelm II.) durch Weidauer.
Schreiben vom..............?

1880

Major der Gilde Kreiswundarzt Dr. Börner wurde Oberstleutnant, später Oberst.
Bester Schuss für die Kaiserin und Königin durch Büchsenmachermeister Stolle.
Schreiben vom 12.6.1880.

02.04.1881

50-jähriges Dienstjubiläum Dr. Börners unter Teilnahme der Gilde am Festessen in der Lang’schen Weinhandlung.
Der 1. Schützenmeister Müller wurde zum Oberschützenmeister und der 2. Schützenmeister Pröbster zum Schützenmeister ernannt.

Seit 1882

Der Aufmarsch zum Schützenhaus fand wieder statt. Für die Gilde wurde von dem Kapellmeister Henrich ein Marsch nach dem Lied „Schön ist die Jugend“ komponiert.
Seit 1841 hatte die Gilde bereits einen eigenen Marsch,  von Stadtmusikus Bertuch, dem derzeitigen ständigen Kapellmeister der Gilde.

18.06.1883

200-Jahr Feier ihres Bestehens bzw. Wiedererneuerung.
Stiftung von drei Medaillen.
Festessen mit 158 Schützen und Ehrengäste und Verlesung der Stiftungsurkunde des Kurprinzen Friedrich vom 18.6.1683.

1884

Bester Schuss für Prinz Heinrich durch Pröbster. Schreiben vom 21.1.1885

21.03.1887

Beteiligung der Gilde am Fackelzug am Vorabend
des 90. Geburtstages Kaiser Wilhelm I.

20.02.1885

Oberschützenmeister Müller-Linow verstorben, an seiner Statt wurde  der Rentier Pröbster zum 1. der Auktions-Commissarius Tabbert zum 2. Schützenmeister gewählt.
Bester Schuss für Kaiser Wilhelm I. durch Pröbster. Schreiben vom 13.6.1885.

07.05.1887

Rentier Pröbster legte sein Amt nieder und Kaufmann Dreger wurde 1. Schützenmeister.

20.01.1888

Neues Statut. Galt noch 1896.

15.05.1888

Der Oberst der Gilde, Börner, verstarb.

04.12.1890

Malermeister Lange, zuletzt Hauptmann, seit 1869 Mitglied, wurde in die Kommandostelle berufen und am 31.4.1891 zum Major befördert.
1896 war er noch Major.
Der 1896 noch amtierende Auktions-Commissarius Tabbert – seit 1869 Mitglied wurde erster und der Kaufmann Paul Hoffmann – seit 1874 Mitglied – zweiter Schützenmeister, weil der erste Schützenmeister Dreger aus Gesundheitsgründen ausschied.

1892

Bester Schuss für Kaiserin Friedrich durch Kaufmann Wolter.
Schreiben vom 28.6.1892.
Silberne Medaille mit Bildnis der Kaiserin im Halbprofil mit Inschrift:
Victoria: Imp. x. Reg.
Die Rückseite trägt die Widmung:
Schützengilde in Prenzlau
Es ist die letzte „Gabe“ des Königshauses.

1896

Die Gilde hat 79 wirkliche Mitglieder und 7 Ehrenmitglieder.
Durchführung des Königsschießens am 3. Pfingsttag im Schützenhaus vor dem Schwedter Tor – seit 1853 im Besitz des Schützenwirtes Maas.

1906

Gründung des Uckermärkischen -Vorpommerschen Schützenbundes.
(Lt. 2. Kreisausstellung „Freizeit, Kunst und Lebensfreude“ 1974).

1931

Herausgabe einer Gründungsmedaille aus Anlass des 25 jährigen Bestehens
des Uckermärkischen -Vorpommerschen Schützenbundes.
(Lt. 2. Kreisausstellung „Freizeit, Kunst und Lebensfreude“ 1974)

 Wirkungsstätten Prenzlauer Schützenvereine,  Örtlichkeiten
aktualisiert 12/99 U. Mirr

Schützenplatz An der Schwedter Straße im Bereich unterhalb des Geländes des städtischen Gymnasiums. Derzeit mit zwei mehrgeschossigen Wohnblöcken bebaut.  Vor der jetzigen Bebauung standen 2 Verwaltungsbaracken dort. Der Platz lag also südöstlich hinter dem Schützenhaus.
Schützenhaus Das Grundstück ging ehemals von der Grabowstraße bis zur Rudolf-Breitscheid-Straße (bis 07.07.1950 St.-Georgen-Straße).
Heute endet das Grundstück an einem mehrgeschossigen Bürogebäude.
Der Schießgraben wurde im Zuge des Neubaues des Bürogebäude in seinen  Resten beseitigt.
Saurer Berg Um 1870 der Weg vom Schützenplatz zum Scheunenweg (Grabowstraße) zwischen dem Schützenhaus und dem Gymnasium (1895 errichtet).
Schwedengrund Ehemalige Lehmgruben zwischen der Grabowstraße und dem früheren Schützenplatz. Heutiger Standort des Gymnasiums.
Nach Zufüllung der tiefen Gruben diente die Fläche dem Fuhrunternehmer Hermann Schmidt als gepachteter Wagenabstellplatz.
Ahornweg

 von Grabowstraße bis Rudolf-Breitscheid-Straße

Schwedter Straße Um 1658 war es der sogenannte Steindamm, später dann Schwedter Straße zur Schwedter Vorstadt, war um 1889 in schlechtem Zustand. Die Straße war eine schmale Fahrbahn mit breitem Sommerweg und zwei tiefen übelriechenden Gräben, über denen Holzbrücken zu den einzelnen Grundstücken führten.
Heute ist diese Straße eine der größten in Prenzlau, welche zum Zentrum führt und Zubringer für die Autobahn ist.
Fohlenbruch

 Flur 27 westlich der Bahnstrecke Prenzlau-Templin, hinter Rohrteich und Strom.

Schützenpark Nach einer unverbrieften mündlichen Information (04.06.1974 – E. Radtke) am Quillow an der Neubrandenburger Str., hinter der Brücke rechts vor der Rechtskurve. Dort stand später die Strohpresserei Kruckow, die 8-10 Strohpressen auch verlieh.
(Kruckower Kurve genannt)
Auf dem nördlichen Gelände befanden sich noch Betonfundamente einer Scheune für Strohlagerung. Heute sind alle Spuren beseitigt.
 

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