Prenzlau soll wieder einen Storch haben  
Computerfreak setzt Aktion in Gang

Prenzlauer Zeitung vom 08.07.2000   von unserem Redaktionsmitglied Horst Waschke


Heino Hauf erfasst seit 16 Jahren das Storchenaufkommen im Kreis.
Der Inhaber eines Bürsten­ und Pinselfachgeschäftes in Prenzlau und Naturliebhaber führt darüber akribisch Statistik. So weist diese im Jahr 1985 30 Paare, 1986 34 Paare, 1987 32 Paare, 1988 und 1989 je 33 Paare usw. aus.
Ab dem Jahr 1992 ist eine deutliche Zunahme zu erkennen, geschuldet auch der Tatsache, dass die Ämter Brüssow und Lübbenow mit in die Erfassung aufgenommen wurden.
Im Jahr 1992 zählt Heino Hauf 52 Paare, 1993 sind es 64 Paare, 1994 sind es 60.
In den Jahren zwischen 1994 und 1999 schwankt das Storchaufkommen zwischen 56 und 60 Storchpaaren.
Im Schnitt wurden im Zeitraum 1992 bis 1999 108 Junge großgezogen.

All diese Fakten sind im Internet unter http://www.prenzlau.org , der Hompage von Uwe Mirr aus Prenzlau, Computerfreak und Storchenfreund, nachzulesen.
Nicht zufällig stellte Mirr die Großvogel­Statistik ins weltweite Netz.
Jedes Dorf sei stolz auf seine Störche, und was ist mit der uckermärkischen Kreisstadt? fragte er sich und beschloss, diesen Zustand zu ändern.
Prenzlau soll endlich wieder einen Storch vorzeigen können.
Nach einem Bericht im
Uckermärkischen Kurier aus dem Jahre 1939 über das Vorkommen des Weißen Storches wurden in Prenzlau mit Alexanderhof 1939 3 Paare gezählt.

Standort Am Strom
Mit Heino Hauf machte Uwe Mirr einen Standort aus, wo ein Nest in Prenzlau errichtet werden könnte.
Die Entscheidung fiel auf das Gebiet Am Strom.
Dann sei alles sehr schnell gegangen, lobte Mirr die große Hilfsbereitschaft: die Metallbaufirma Kurt Schön lieferte das Kreuzgestell, der Stromversorger e.dis den passenden Masten, den Walter Henke und die Wohnbau GmbH heranschafften.
Metallbauer Ulrich Schablack kümmerte sich um die Befestigung,
Hartmut Wolf bohrte das Loch, Gerd Eymann und Alfred Boll schafften sich am Aufsatz und dem Geflecht.
Und zu guter Letzt sicherte die Firma Elektro­Gottschalk mit ihrer Hebebühne Pflegearbeiten ab.
Und dann begann das Warten.
Was sich zu Beginn alles auf dem Horst abspielte, hielt Uwe Mirr genauestens fest. Eine spezielle Kamera liefert dafür auch Bilder.
Der Interneteintrag vom 3. Juli beispielsweise:
Nachdem Paulchen gestern wegblieb, ist er heute wieder da, er sieht wieder schmutzig aus (14 mm Regen).
Jetzt arbeitet Uwe Mirr an einer verbesserten Fotoaufnahmetechnik und hofft auch hier auf eine breite Unterstützung. Denn jeder, der online ist, kann dann das Geschehen auf dem Prenzlauer Storchennest am Bildschirm verfolgen. Seiner Kenntnis nach soll es das bundesweit bisher nur dreimal geben.