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Uckerland
(cm). Die Störche lassen in diesem Jahr ungewöhnlich lange auf
sich warten. Bislang wurden in der Uckermark nur wenige
Exemplare gesichtet. "Viel weniger als in den Vorjahren." -
Storchen-Experte Heino Hauf sieht zwischen dem überraschenden
Frosteinbruch und der verspäteten Ankunft allerdings keinen
Zusammenhang.
"Das Wetter ist den Tieren egal", versicherte er dem Uckermark
Kurier. Sie könnten die Minusgrade gut vertragen und fänden
mittlerweile auch genug Futter in der Natur. Der Prenzlauer
Vogelkundler sieht die Ursache für die Verspätung hauptsächlich
in der aktuellen Wetterlage in der Türkei, dem Land, das die
Adebare auf ihrem Weg aus dem Süden überqueren.
"Die Störche brauchen viel Aufwind zum Fliegen, vergleichbar mit
Segelflugzeugen", veranschaulichte Heino Hauf auf Nachfrage. Und
der fehle dort unten momentan, also machten sie in der Türkei
erst einmal Zwischenstation.
Der erste Storch sei übrigens am 27. März aus Lindenhagen
gemeldet worden."Ich weiß danach nur noch von zwei, drei
Fällen." Umso aufgeregter war deshalb natürlich Familie Kaesler
aus Bandelow, Gemeinde Uckerland, die gestern die Ankunft des
Lübbenower Storchenpaares beobachtet hatte.
"Dass die beiden Adebare trotz des schlechten Wetters
eingeflogen sind, wundert uns ja", berichtete Mutter Kathrin,
die am Morgen mit ihren beiden Sprösslingen zum Kindergarten und
zur Schule unterwegs war, als Tochter Anne (14) Meister Adebar
auf dem Stallgebäude in Lübbenow entdeckte.
Auch der vierjährige Hannes jubelte den Langschnäbelnzu.
"Also, wir wären noch im warmen Süden geblieben", nahmen sie
schmunzelnd Bezug auf den überraschenden Wintereinbruch.
Dass die Störche meist paarweise anzutreffen seien, habe
allerdings nichts mit ihrer engen Verbundenheit zueinander zu
tun, räumte Hobby-Ornithologe Heino Hauf abschließend mit einer
weit verbreiteten Meinung auf. Nicht Liebe, sondern allein die
ausgesprochen starke Bindung an ihren Horst führe sie Jahr für
Jahr wieder zusammen, vergleichbar mit menschlichen Paaren, die
gemeinsam ein Haus bewohnten und sich deshalb nicht voneinander
trennen würden.
In der Uckermark werden pro Jahr zirka 140 Storchenpaare
gezählt, davon brüten schätzungsweise 50 im Altkreis Prenzlau.
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