"Ick bin allhie" verkündet "Schorchi" Storch von Blindow überwintert auch bei Frost
Uckermark PZ 14. März 2003

Uckermark
(ms). Nach diesem Winter, der mit langen Frostperioden von sich reden gemacht hat, werden die Frühlingsboten mit besonderer Ungeduld erwartet. So ist die Ankunft der ersten Kraniche von den Medien genau verfolgt worden, die gestrige Sonne ließ wieder Schneeglöckchen und Krokusse sprießen.
Doch einen gibt es, der allen wieder ein Schnäppchen schlug: der Storch von Blindow. Frei nach der Äsopschen Fabel von Hase und Igel könnte man meinen, dass er allen Ankömmlingen von seinem Horst auf dem Grundstück von Familie Wagner entgegen ruft: "Ick bin allhie".

Am 16. Januar hat "Schorchi" bereits Quartier, gleich hinter der Gaststätte "Zu den drei Linden", bezogen. Die Füße kann er sich auf dem Misthaufen wärmen, zu futtern gibt es reichlich. Dieser Storch sei immer sehr früh gekommen, erklärt Liselotte Wagner. Doch nachdem er im Vorjahr bereits am 15. Februar erstmals auf dem Horst gesichtet wurde, war klar, dieser Storch macht sich nicht den weiten Weg über die Kontinente und Meere, um dort zu überwintern.

Gegenüber Uckermark Kurier bestätigte Heino Hauf, Storchenbetreuer des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) im Altkreis Prenzlau, dass es sich um einen Überwinterungsgast handelt. Denn strenge Fröste, wie sie vor wenigen Wochen noch herrschten, machen den Großvögeln nicht viel aus. Und das Problem Futter würden die Uckermärker selbst lösen, sagt Hauf, der von Futterspendern auch in Güstow und Ellingen weiß. Frühestens in 14 Tagen werden die ersten Afrika-Reisenden der Familie Adebar erwartet. Bis dahin wollen die Storchenbetreuer noch in einigen Horsten Frühjahrsputz machen.
Zum Leidwesen der Wagners hat "Schorchi" offensichtlich aber seine "Vormieter" aus dem Revier verdrängt, so dass es hier 2002 keinen Storchennachwuchs gab. "Sonst hatten wir immer zwei bis drei Jungvögel", erinnert sich Liselotte Wagner.

--> ja das ist Paulchen der Störenfríed aus Güstow.