Adebare „schenken“ ihrem Betreuer ein Rekordjahr
Artikel vom 21.09.2004   Uckermark Kurier - Prenzlauer Zeitung
Seit 20 Jahren betreut Heino Hauf Weißstörche in der Norduckermark –
Hohe Bestandsdichte zeugt von stimmigem Biotop  
Von unserem Redaktionsmitglied Monika Strehlow


Seit 20 Jahren betreut Heino Hauf Weißstörche im Altkreis Prenzlau, seit der Großkreisbildung 1993 auch die im Brüssower und Uckerland-Bereich.
Und ausgerechnet im Jubiläumsjahr haben die Großvögel ihm eine besondere Freude gemacht:
Mit 144 aufgezogenen Jungtieren legten sie ein Rekordjahr hin, das so schnell vermutlich nicht wieder erreicht werden wird.
Hauf, kein Freund von Vermenschlichung tierischen Verhaltens, bleibt realistisch und sieht darin ganz profane Ursachen. „Wegen des hohen Nahrungsangebotes gab es in diesem Sommer so gut wie keine Ausfälle bei der Aufzucht.“ Noch nie habe es so viele Horste mit vier Jungen gegeben.
Dazu beigetragen habe nach Meinung des Prenzlauers die Tatsache, dass es im Mai und Juni keinen Dauerregen, sondern nur kurzzeitige Schauer gegeben habe: Die Jungtiere verklammten nicht, Mäuse und Insekten, Regenwürmer und Frösche – Leckerbissen auf dem Speiseplan von Meister Adebar – fanden ideale Bedingungen. Hinzu kommt, dass die Freilandhaltung von Rindern den Schreitvögeln gut ausgestattete Wiesen bietet.
Interessiert hat sich Heino Hauf schon lange für die Natur um ihn herum.
Seit der 6. Klasse verstand es vor allem Biologielehrer Günter Heise, sein Interesse zu wecken.
Und als Hans Ludwig Altmann, seit dem Nachkrieg Storchenbetreuer im Altkreis Prenzlau, 1984 Nachwuchs suchte, ließ sich Hauf „überreden“. Damals hatte er die Ausbildung zum Bürstenmacher und den Armeedienst gerade hinter sich, war also wieder regelmäßig vor Ort.

1800 Jungtiere aufgezogen
970 Paare hat er in zwei Jahrzehnten aufgesucht, die 1800 Jungstörche aufzogen. Im Durchschnitt waren es 90 bis 110 Jungtiere pro Jahrgang, wobei mit 63 das Vorjahr als bisher schwächstes Storchenjahr registriert wird.
 „Mit rund 55 gibt es heute fast in jedem Dorf einen Horst, der im Frühjahr von einem Paar belegt wird.
Diese Bestandsdichte verträgt keine weiteren Paare“, macht Hauf auf einen auch erfreulichen Umstand aufmerksam. Denn Störche sind nicht nur Symbolträger neuen Lebens, sondern auch Zeichen für stimmige Biotope.
Alle zehn Jahre werden weltweit Weißstörche gezählt. Daran beteiligten sich in diesem Frühjahr auch die drei Storchenbetreuer der Uckermark.
Sie melden ihre Ergebnisse ans Landesumweltamt, mit dem eine enge Zusammenarbeit besteht. „Wir stellen die Verbindung her, wenn Bürger Sorgen mit ,ihren‘ Störchen vor der Haustür haben“, verweist Heino Hauf darauf, dass auch die Beratung der Uckermärker seine Aufgabe ist. Auch wenn ein kranker Storch gefunden wird, ist er der richtige Ansprechpartner.
In diesem Jahr freut er sich mit den Prenzlauern und Sternhagenern über deren erste Jungstörche, die mit ihren Eltern Anfang September in die Überwinterungsgebiete abgeflogen sind.