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Seit 20 Jahren betreut Heino Hauf Weißstörche im
Altkreis Prenzlau, seit der Großkreisbildung 1993 auch die im
Brüssower und Uckerland-Bereich.
Und ausgerechnet im Jubiläumsjahr haben die Großvögel ihm
eine besondere Freude gemacht:
Mit 144 aufgezogenen Jungtieren legten sie ein Rekordjahr hin,
das so schnell vermutlich nicht wieder erreicht werden wird.
Hauf, kein Freund von Vermenschlichung tierischen Verhaltens,
bleibt realistisch und sieht darin ganz profane Ursachen.
„Wegen des hohen Nahrungsangebotes gab es in diesem Sommer
so gut wie keine Ausfälle bei der Aufzucht.“ Noch nie habe
es so viele Horste mit vier Jungen gegeben.
Dazu beigetragen habe nach Meinung des Prenzlauers die
Tatsache, dass es im Mai und Juni keinen Dauerregen, sondern
nur kurzzeitige Schauer gegeben habe: Die Jungtiere
verklammten nicht, Mäuse und Insekten, Regenwürmer und Frösche
– Leckerbissen auf dem Speiseplan von Meister Adebar –
fanden ideale Bedingungen. Hinzu kommt, dass die
Freilandhaltung von Rindern den Schreitvögeln gut
ausgestattete Wiesen bietet.
Interessiert hat sich Heino Hauf schon lange für die Natur um
ihn herum.
Seit der 6. Klasse verstand es vor allem Biologielehrer Günter
Heise, sein Interesse zu wecken.
Und als Hans Ludwig Altmann, seit dem Nachkrieg
Storchenbetreuer im Altkreis Prenzlau, 1984 Nachwuchs suchte,
ließ sich Hauf „überreden“. Damals hatte er die
Ausbildung zum Bürstenmacher und den Armeedienst gerade
hinter sich, war also wieder regelmäßig vor Ort.
1800 Jungtiere aufgezogen
970 Paare hat er in zwei Jahrzehnten aufgesucht, die 1800
Jungstörche aufzogen. Im Durchschnitt waren es 90 bis 110
Jungtiere pro Jahrgang, wobei mit 63 das Vorjahr als bisher
schwächstes Storchenjahr registriert wird.
„Mit rund 55 gibt es heute fast in jedem Dorf einen
Horst, der im Frühjahr von einem Paar belegt wird.
Diese Bestandsdichte verträgt keine weiteren Paare“, macht
Hauf auf einen auch erfreulichen Umstand aufmerksam. Denn Störche
sind nicht nur Symbolträger neuen Lebens, sondern auch
Zeichen für stimmige Biotope.
Alle zehn Jahre werden weltweit Weißstörche gezählt. Daran
beteiligten sich in diesem Frühjahr auch die drei
Storchenbetreuer der Uckermark.
Sie melden ihre Ergebnisse ans Landesumweltamt, mit dem eine
enge Zusammenarbeit besteht. „Wir stellen die Verbindung
her, wenn Bürger Sorgen mit ,ihren‘ Störchen vor der Haustür
haben“, verweist Heino Hauf darauf, dass auch die Beratung
der Uckermärker seine Aufgabe ist. Auch wenn ein kranker
Storch gefunden wird, ist er der richtige Ansprechpartner.
In diesem Jahr freut er sich mit den Prenzlauern und
Sternhagenern über deren erste Jungstörche, die mit ihren
Eltern Anfang September in die Überwinterungsgebiete
abgeflogen sind.
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