Frieda geht mit Ring auf Reisen
Artikel vom 29.06.2005    Uckermark Kurier - Prenzlauer Zeitung,  (Praktikant Martin Sterling)


Die Beringung ihres Nachwuchses Frieda erfolgte jetzt durch den Storchenbeauftragten Heino Hauf.
Kurz nach 13 Uhr ging es mit Hilfe einer Hebebühne hinauf zum Nest am Strom.
Die Firma Gottschalk stellte sie kostenlos zur Verfügung. Zunächst blieb die Storchendame Paulina ruhig.
Erst als sich die Hebebühne dem Nest näherte, ergriff sie die Flucht.
Ein wachsames Auge warf sie dennoch auf ihre Brut.
Die erst drei Wochen alte Frieda stellte sich, angesichts der drohenden Gefahr durch den Storchenbeauftragten, tot
„Dies ist eine natürliche Schutzreaktion. Dem Kleinen fehlt nichts“, erklärt Storchenexperte Heino Hauf.
Mit dem Kennzeichen „H 2939“ ist Frieda nun bei der Vogelwacht Hiddensee registriert.
Der Jungstorch ist eines von drei aus dem Gelege.
Seine beiden Geschwister wurden bereits nach wenigen Wochen tot aus dem Nest geborgen.
„Dies ist neben der schlechten Futterlage überwiegend dem verregneten Wetter der letzten Wochen geschuldet.
Das Federkleid der Storchenjungen saugt sich mit Wasser voll und verliert in der Endkonsequenz rapid an Wärme. Dies überstehen leider nur die wenigsten Jungvögel“, informierte Heino Hauf weiter.
Doch man sei froh, wenigstens einen Jungstorch über die Runden gebracht zu haben.
Überhaupt ist dies erst der dritte Nachwuchs in der Stadt Prenzlau seit 1945.
Bei einer normalen Entwicklung hat ein Storch eine Lebenserwartung von etwa 20 Jahren.
In drei bis vier Wochen seien Friedas erste Flugversuche zu erwarten, so Experte Uwe Mirr.
Wenige Tage später solle der Jungvogel dann flügge werden.
Zu Tausenden werde er sich mit Störchen, die keinen Erfolg beim Brüten hatten oder Nichtbrüter sind, versammeln. Im Herbst werde sich Frieda über die Türkei, Israel und Ägypten in sein Winterquartier nach Tansania begeben. Ihn werde es mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht mehr nach Prenzlau ziehen.
Allein Storchenmännchen Paul wird auch im nächsten Jahr wieder sein Sommerquartier „Am Strom“ aufschlagen,
so Uwe Mirr.
Schade sei daher aber, dass Einheimische den Tieren nur wenig Beachtung schenken würden.
Der wichtigste Grund hierfür sei der ungünstige Zugang zum Nest.
Nichtsdestotrotz würden sich Leute aus anderen Bundesländern wegen der Störche auf den Weg nach Prenzlau machen. 
Wer diesbezüglich mehr erfahren will, kann im Internet nachlesen: www.prenzlau.org